Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Brücken

Zur Überführung von Straßen, Wegen und Eisenbahnlinien kreuzen 385 Brücken den Mittellandkanal (MLK) und seine Stichkanäle. Die überwiegende Anzahl der Bauwerke wird von den Dienststellen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung unterhalten. Davon befinden sich allein 130 Brücken im Zuständigkeitsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Minden zwischen Bergeshövede im Westen und Sachsenhagen im Osten.

Die 1906 - 1916 im Zuge der Herstellung des MLK errichteten alten Brücken wurden inzwischen im Zuge des Kanalausbaus durch neue Bauwerke ersetzt. Mehr als 85 Jahre alte Brücken sind im Amtsbereich des WSA Minden nur noch am Stichkanal Osnabrück zu finden. Auch diese Brücken werden in den kommenden Jahren durch Neubauten ersetzt.

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Der Neubau der Brücken wurde aufgrund der Verbreiterung des Kanalbettes erforderlich. Außerdem war die Brückendurchfahrtshöhe bei den alten Brücken mit nur 4,00 m - 4,25 m für die moderne Schifffahrt zu gering. Diese Brücken konnten nur mit abgesenktem Steuerhaus passiert werden, wodurch die Sichtverhältnisse des Schiffsführers stark beeinträchtigt waren. Wurde die Durchfahrtshöhe hierbei nicht richtig eingeschätzt, bestand die Gefahr einer Brückenanfahrung. Daher haben alle neuen Brücken eine Durchfahrtshöhe von mindestens 5,25 m über dem Kanalwasserspiegel erhalten.

Bei der überwiegenden Anzahl der Brücken im Zuständigkeitsbereich des WSA Minden handelt es sich um Trogbrücken mit randseitigem Stahlfachwerk bzw. randseitigen Stabbögen (Stabbogenbrücke). Insbesondere in Einschnittstrecken des MLK kamen auch Deckbrücken aus Stahlbeton, z. B. als zweistegiger Plattenbalken, zur Ausführung.  

 

 

Sämtliche Brücken werden einer regelmäßigen Inspektion unterzogen. In der Bundesrepublik Deutschland regelt die DIN 1076 die technische Überwachung und Prüfung der Standsicherheit und Verkehrssicherheit von Brücken. Die regelmäßige Überwachung und Prüfung der Bauwerke hat den Zweck, etwa eingetretene Mängel rechtzeitig zu erkennen und den Unterhaltungsträger dadurch in die Lage zu versetzen, sie zu beseitigen, bevor größerer Schaden eintritt oder die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird.

Die Bauwerksüberwachung setzt sich zusammen aus einer laufenden Beobachtung (in der Regel vierteljährlich) und einer jährlichen Besichtigung. Die wesentlich umfangreichere Bauwerksprüfung erfolgt alle drei Jahre als sogenannte "einfache Prüfung" und alle sechs Jahre als sogenannte "Hauptprüfung". Hierbei werden nicht nur der Brückenüberbau mit seiner Stahl- bzw. Betonkonstruktion, der Korrosionsschutz, die Brückenfahrbahn mit den zugehörigen Verkehrseinrichtungen, sondern auch die Fahrbahnübergänge, Brückenlager und Widerlager einer genauen Überprüfung ihres Zustandes unterzogen. Darüber hinaus fließen die Ergebnisse vermessungstechnischer Kontrollmessungen in die Zustandsbewertung der Bauwerke ein.

Zur Durchführung der Brückenprüfungen setzt das WSA Minden ein spezielles Brückenuntersuchungsschiff ein. Dieses Fahrzeug mit einer Länge von 22 m und einer Breite von 6,40 m ist mit einem Hubsteiger ausgerüstet. So ist es dem Brückenprüfingenieur möglich, vom Wasser aus sämtliche Konstruktionsteile des Brückenüberbaus zu erreichen und gezielt zu prüfen. Durch Stelzen, die sich auf der Gewässersohle abstützen, wird dabei eine besonders ruhige Lage des Schiffes und des Hubsteigers erreicht.

Brückenunters-SchiffDas selbstfahrende Brückenuntersuchungsschiff wird nicht nur an den Brücken des MLK, sondern auch an weiteren Wasserstraßen, wie dem Elbe-Seitenkanal und der Weser eingesetzt. Das Fahrzeug ist mit zwei Mann ständiger Besatzung im Einsatz, die auch die Fahrten zwischen den einzelnen zu prüfenden Brücken durchführen. Der Brückenprüfingenieur kommt nur für die eigentliche Prüfung an Bord.

Bei jeder Brückenprüfung wird ein spezielles Prüfprotokoll angefertigt, in das evtl. festgestellte Mängel eingetragen werden. Im Sachbereich 2 des WSA Minden wird anschließend festgelegt, wie und durch wen die Mängelbeseitigung erfolgt. Hierfür kommt entweder der zuständige Außenbezirk oder bei größeren Mängeln und Schäden nach Ausschreibung und Vergabe ein geeignetes Bauunternehmen in Frage.