Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Düker und Durchlässe

Beim Bau des 320 km langen Mittellandkanals (MLK) von 1906 bis 1938 mussten neben der Überführung von Straßen und Wegen durch Brücken auch zahlreiche Bäche, Gräben und Flüsse gekreuzt werden. Abgesehen von den Kanalbrücken an Weser und Leine wurden für Fließgewässer als Kreuzungsbauwerke sogenannte Düker errichtet. Sie führen ein Gewässer unter dem MLK hindurch und dienen so der Erhaltung der Vorflut.

Düker HaseDie Bauweise der Düker ist abhängig von den örtlichen Begebenheiten, da sich die Abflussverhältnisse einzelner Bäche und Gräben bei Hoch-, Mittel- und Niedrigwasserständen als auch die Kanalquerschnitte entlang des MLK unterscheiden. Der Düker besteht aus je einem Einlauf- und Auslaufbauwerk aus Stahlbeton und dem dazwischen liegenden Dükerrohr. Der Querschnitt des Dükerrohres ist in der Regel kreis- oder rechteckförmig und muss bei einer Länge von 50 m bis 100 m mindestens einen Durchmesser von 1,00 m besitzen, damit er begehbar ist. Die Dükerrohre wurden entweder in Stahlbauweise mit einem Korrosionsschutz aus Epoxidharzen bzw. Schleuderbeton oder in Betonbauweise hergestellt. Düker an Bächen und Gräben mit großen Hochwasserabflüssen haben sogar Hoch- und Niedrigwasserrohre, um die Entwässerung jederzeit zu gewährleisten.

Die Unterhaltungspflicht der Düker am MLK obliegt der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Im Zuständigkeitsbereich des WSA Minden befinden sich 66 derartige Bauwerke, die regelmäßig inspiziert werden. Diese Inspektion hat den Zweck, etwa eingetretene Mängel am Bauwerk rechtzeitig zu erkennen, um diese dann zu beseitigen, bevor größerer Schaden eintritt oder die Bauwerkssicherheit beeinträchtigt wird. Die Bauwerksinspektion setzt sich aus der jährlichen Bauwerksüberwachung und der alle sechs Jahre stattfindenden Bauwerksprüfung durch den verantwortlichen Ingenieur des WSA zusammen. Zur Durchführung dieser Prüfung wird der Düker vollständig vom Wasser entleert und gereinigt. Solche Dükerreinigungen sind außerdem notwendig, wenn der Düker durch Schwemmgut, das sich infolge geringer Fließgeschwindigkeit am Boden des Dükerrohres ablagert, bzw. durch Treibholz, Mähgut oder Unrat verstopft ist.


DükerDie Dükerreinigung wird von einer durch dasWSA beauftragten Spezialfirma durchgeführt, die die trocken gelegten Dükerrohre mit einem Saug- und Spülwagen reinigt. Nach der Säuberung wird das Bauwerk dann im Rahmen der Bauwerksprüfung auf technische Mängel kontrolliert.

Der größte Düker im Zuständigkeitsbereich des WSA Minden ist der Hase-Düker. Die Hase entspringt im Raum Melle (Wellingholzhausen) und mündet bei Meppen in die Ems. Nördlich von Osnabrück fließt die Hase weitgehend parallel zum Stichkanal Osnabrück und kreuzt in Bramsche bei MLK-km 30,032 den Mittellandkanal mittels eines Dükers. Der Hase-Düker besitzt drei rechteckförmige Querschnittsöffnungen mit folgenden Abmessungen:

2 Öffnungen von je  

6,80 m Breite und 3,90 m Höhe

1 Öffnung von   

5,40 m Breite und 3,90 m Höhe

Die Länge des aus Stahlbeton hergestellten Dükers beträgt zwischen dem Ein- und Auslaufbauwerk 81,28 m. Am Auslaufbauwerk besteht über sechs Grundablässe außerdem die Möglichkeit, bei Bedarf bis zu 21 m³/s Wasser zur Hochwasserentlastung aus dem MLK in die Hase abzuleiten.