Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Pumpwerke

Den Kanälen wird durch Verdunstung, Versickerung, Schleusenbetrieb sowie durch Entnahme von Verbrauchswasser durch Industrie und Landwirtschaft ständig Wasser entzogen. Die wenigen natürlichen Einspeisungen aus dem Grundwasser und aus den kreuzenden Vorflutern, die zudem bei Trockenheit völlig versiegen, gleichen die Wasserverluste nicht aus. Die Kanäle müssen daher über Pumpwerke mit Zuschusswasser aus natürlichen Gewässern versorgt werden. Im Zuständigkeitsbereich des WSA Minden befinden sich vier Pumpwerke.

Hauptpumpwerk Minden

 Ansicht von der Straße aus

 Ansicht von der Weser

 Ansicht vom MLK

    Denkmal geschützes Gebäude

 

  HPW innen  Vier Pumpen, eine Turbine (blau)

Die Westhaltung des Mittellandkanals (MLK) von der Abzweigung aus dem Dortmund-Ems-Kanal bis zur Schleuse Anderten bei Hannover wird vorwiegend über das Hauptpumpwerk Minden mit Wasser aus der Weser gespeist. Das im Oktober 1914 fertig gestellte und inzwischen denkmalgeschützte Hauptpumpwerk liegt auf der Südseite des MLK am westlichen Ende der Kanalbrücken. Zur Aufnahme der Pumpen, der umfangreichen Schalt- und Sicherungsanlagen, der Transformatoren sowie der Aufenthaltsräume des Personals wurde der Bau eines mehrstöckigen Gebäudes notwendig. Das Gebäude wurde einschließlich der Dachbinder der eingeschossigen Pumpenhalle in Stahlbeton hergestellt. Die sichtbaren Flächen der Außenwände sind mit roten Sandsteinen verkleidet. Zunächst wurde das Hauptpumpwerk mit sieben Spiralgehäusepumpen mit unterschiedlichen Förderleistungen (4 x 3 m³/s, 1 x 2m³/s, 2 x 1 m³/s) ausgestattet. 

In den ersten Betriebsjahren stellte sich heraus, dass in den Wintermonaten bei starken Niederschlägen und Hochwassereinleitungen in den MLK überschüssiges Kanalwasser vorhanden war. Im Jahre 1922 wurde deshalb eine der großen Pumpen ausgebaut und durch eine Wasserturbine mit einer Leistung von 300 bis 400 kW ersetzt. Die Gesamtförderleistung des Hauptpumpwerkes reduzierte sich dadurch auf 13 m³/s. Über die Turbine kann ein Teil des Überschusswassers unter Erzeugung von elektrischer Energie zur Weser abgelassen werden. Mit der Turbine werden im Jahr ca. 500.000 kWh Strom erzeugt. Etwa die Hälfte des gewonnenen Stroms wird zur Versorgung aller Bauwerke des Wasserstraßenkreuzes selbst genutzt; die andere Hälfte wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die Stromversorgung erfolgte in den ersten Jahren mit Drehstrom von 45 kV Spannung, die im Hauptpumpwerk auf die Maschinenspannung von 6 kV umgeformt wurde. 1955 wurde die veraltete Hochspannungsanlage erneuert und dabei die Einspeisespannung auf 60 kV erhöht.

Nach einer Betriebszeit von 80 Jahren hatten die Pumpen und die übrige technische Einrichtung Anfang der 90er Jahre das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Daher wurden ab 1995 im Rahmen einer Grundinstandsetzung folgende Baumaßnahmen im Hauptpumpwerk durchgeführt:

Die Baumaßnahmen wurden 1999 abgeschlossen. Die Bauausgaben beliefen sich auf 12 Mio. DM.

Seit Inbetriebnahme des Hauptpumpwerkes wurden rd. 3,93 Mrd. m³ Weserwasser in den MLK gepumpt. In den vergangenen zehn Jahren betrug die Pumpwassermenge durchschnittlich 57,7 Mio. m³/Jahr. Durch die 1999 abgeschlossene Grundinstandsetzung mit der Wiederherstellung der ursprünglichen Pumpkapazität von 16 m³/s kann der Wasserbedarf des ausgebauten MLK bei der prognostizierten Verkehrszunahme in den nächsten Jahrzehnten auch in Zeiträumen des Spitzenbedarfs gesichert werden.

 

Hilfspumpwerk Minden

Zusätzlich zum Hauptpumpwerk Minden ist auf der Ostseite der Weser ein weiteres kleines Pumpwerk in Verbindung mit dem Widerlager der alten Kanalbrücke, das sogenannte Hilfspumpwerk, in den Jahren 1911 - 1914 gebaut worden. 

HilfsPW aussen  Gebäude des Hilfspumpwerks

 Hilfspumpwerk innen Zwei Pumpen

 

Es ist mit zwei Pumpen mit je 2 m³/s Förderleistung ausgestattet, die noch aus der Bauzeit des Wasserstraßenkreuzes stammen. Die Spiralgehäusepumpen, Fabrikat Maffei-Schwarzhoff-Werke, Berlin, werden durch einen Drehstrom-Motor mit einer Leistung von 440 kW angetrieben. Das Hilfspumpwerk mit der zugehörigen technischen Einrichtung steht unter Denkmalschutz. Der Wasserbedarf des MLK wird in der Regel durch den Betrieb des Hauptpumpwerkes ausgeglichen. Das Hilfspumpwerk wurde in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere für die Versorgung der MLK-Strecke östlich von Minden bei einer Außerbetriebnahme und Trockenlegung der alten Kanalbrücke eingesetzt. Das Hilfspumpwerk kann außerdem ergänzend eingesetzt werden als Reserve in niederschlagsarmen Zeiträumen bei einer Außerbetriebnahme einzelner oder mehrerer Pumpen des Hauptpumpwerkes Minden.

 

Pumpwerke am Stichkanal Osnabrück

Der Stichkanal Osnabrück (SKO) zweigt westlich von Bramsche aus dem Mittellandkanal in südlicher Richtung ab und endet in den Hafenanlagen der Stadt Osnabrück. Während der Wasserspiegel des MLK auf NN +50,30 m liegt, beträgt diese Höhe im Hafen Osnabrück NN +59,80 m. Der Höhenunterschied von 9,50 m wird durch zwei Schleusen (Schleusen Hollage und Haste) mit je einer Fallhöhe von 4,75 m überwunden. An jeder Schleuse befindet sich ein Pumpwerk, über das die jeweils obere Kanalhaltung mit Wasser versorgt und das Schleusungswasser zurück gepumpt wird.

Beide Pumpwerke wurden beim Bau des SKO (1911 - 1915) mit je zwei Pumpen mit einer Leistung von 2 x 0,7 = 1,4 m³/s ausgestattet.

 Pumpwerk Haste

Das alte Pumpwerk Haste wurde mit den inzwischen über 80 Jahre alten Pumpen aus der Bauzeit des SKO noch bis Ende 2006 im täglichen Betrieb eingesetzt. Durch den Alterungsprozess waren nach einer Nutzungszeit von ca. 80 Jahren das Pumpwerksgebäude und auch die alten Pumpen nicht mehr funktionssicher. Inzwischen wurde neben dem alten Pumpwerksgebäude ein neues Pumpwerk mit einer Ausstattung von zwei Pumpen zu je 1,4 m³/s, d. h. mit doppelter Leistung des alten Pumpwerkes, errichtet. Die Pumpen werden vom Zentralsteuerstand der benachbarten Schleuse Haste bedarfsweise ein- und ausgeschaltet. Das alte nicht mehr standsichere Bauwerk wurde abgerissen. Eine der alten Pumpen wurde dem "Museum Industriekultur Osnabrück GmbH" in Osnabrück/Piesberg übergeben.

 Pumpe im Pumpwerk Haste

Das Pumpwerk Hollage wurde als Folge eines Dammbruches am SKO im Dezember 1960 zerstört. Das zerstörte Pumpwerk wurde durch ein neues Bauwerk mit einer Ausstattung von zwei Pumpen zu je 1,4 m³/s, d. h. mit doppelter Leistung des alten Pumpwerkes, ersetzt. Auch diese Pumpen werden vom Zentralsteuerstand der benachbarten Schleuse Hollage bedarfsweise ein- und ausgeschaltet.

 Pumpwerk Hollage