Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Minden

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Schleusen

Schachtschleuse Minden

 

  

Die Schachtschleuse am Wasserstraßenkreuz Minden stellt westlich der Kanalbrücke die
kürzeste Verbindung zwischen dem Mittellandkanal und der ca. 13 m tieferliegenden Weser her.

Bau der Schachtschleuse Bau der Schachtschleuse 1911-14

Die Schachtschleuse wurde in den Jahren 1911 - 1914 mit einer nutzbaren Kammerlänge von 82 m undeiner Breite von 10 m als massives Bauwerk errichtet. Um die Kosten für das Zurückführen des Schleusungswassersmöglichst gering zu halten, wurden beidseitig der Schleusenkammer in vier Ebenen übereinander Sparbecken angeordnet.
Die 16 Sparbecken nehmen beim Abwärtsschleusen nacheinander den größten Teil (7.300 m³) des Wassers aus der Schleusenkammer auf; nur etwa 4.000 m³ Wasser werden zur Weser abgelassen. Beim Aufwärtsschleusen entleeren sich die Sparbecken nacheinander wieder in die Schleusenkammer, so dass nur 4.000 m³ Wasser für die Schleusenfüllung dem Mittellandkanal entnommen werden müssen. Durch die Nutzung der Sparbecken wird der Wasserverlust auf ca. 35 % des Kammerinhalts eingeschränkt.

Als Verschlüsse für die Sparbecken dienen Zylinderschütze, die elektromechanisch angetrieben werden. Diese Antriebe befinden sich in den vier Ventiltürmen, welche das Bild der Schachtschleuse wesentlich mit prägen. Über die Ventilschächte gelangt das Wasser aus den Sparkammern in Längskanäle und von dort durch 14 Stichkanäle an jeder Seite in die Schleusenkammer. Die Austrittsöffnungen in den gegenüberliegenden Kammerseiten sind dabei
ährend des Füll- und Entleerungsvorgangs erreicht. Die Längskanäle werden durch Drehsegmentschütze am Ober- und Unterhaupt zum MLK und zur Weser hin geöffnet und geschlossen. Bei den wechselnden Wasserständen der Weser beträgt die Fallhöhe der Schleuse maximal 13,20 m. Die Füllung bzw. Entleerung der Kammer dauert im Mittel 7 Minuten. Das Untertor der Schleuse ist ein Hubtor. Es besitzt ein Gewicht von 63 t und ist als geschweißte Stahlkonstruktion ausgebildet. Die Gegengewichte des Tores befinden sich in den charakteristischen Hubtürmen am Unterhaupt der Schleuse. Das Obertor ist ein Klapptor und als genietete Stahlkonstruktion ausgebildet.

Schachtschleuse Querschnitt

In den Jahren 1988/89 erfolgte nach einer Betriebszeit von mehr als 70 Jahren eine Grundinstandsetzung der Schachtschleuse.
Hierbei wurden im wesentlichen folgende Baumaßnahmen ausgeführt:

Die Bauausgaben für die Grundinstandsetzung betrugen 10,4 Mio. DM. Bei den Arbeiten war das Westfälische Amt für Denkmalpflege Münster beteiligt, da die Schachtschleuse neben der alten Kanalbrücke und dem Hauptpumpwerk seit 1987 unter Denkmalschutz steht.

Die wichtigsten Daten der Schachtschleuse Minden auf einen Blick:

nutzbare Kammerlänge: 85 m
Kammerbreite: 10 m
Drempeltiefe am Oberhaupt: 4,50 m
Fallhöhe: abhängig vom Wasserstand der Weser, maximal 13,20 m
Obertor: Klapptor
Untertor: Hubtor
Zentralsteuerstand zwischen den beiden Unterhaupttürmen  
Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung: 11.300 m³
Anzahl der Sparbecken: 16 (in 4 übereinander liegenden Geschossen)
Fassungsvermögen der Sparbecken 7.300 m³
Wasserverlust bei der Schleusung somit 4.000 m³
Anzahl der Schleusungen 2004: 10.872
Anzahl der geschleusten Fahrzeuge 2004:
a) Güterschiffe
b) Fahrgastschiffe
c) Sportboote

5.225
1.517
1.215
geschleuste Gütermenge 2004: 2.704.494 t

Schleusen am Verbindungskanal Süd

Am Wasserstraßenkreuz Minden stellt östlich der Kanalbrücken der Verbindungskanal Süd mit Oberer und Unterer Schleuse eine weitere Verbindung zwischen Mittellandkanal und Weser her.

Die Obere Schleuse, welche zeitgleich mit der Schachtschleuse und der alten Kanalbrücke 1911 - 1914 errichtet wurde, hat eine nutzbare Kammerlänge von 82 m und eine Kammerbreite von 10 m. Bei einer Fallhöhe von 6 m zur Zwischenhaltung des Verbindungskanals Süd und dem damals erwarteten Güterumschlag im Industriehafen war die Anordnung von Sparbecken nicht wirtschaftlich. Der Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung beträgt dadurch 5.400 m³. Das Obertor ist wie bei der Schachtschleuse als Klapptor ausgebildet, während für das Unterhaupt Stemmtore gewählt wurden. Als Füll- und Entleerungseinrichtungen der in Massivbauweise errichteten Schleuse dienen Rollkeilschütze.

Die Torarten der Oberen Schleuse finden sich auch bei der Unteren Schleuse wieder, welche allerdings erst von 1921 - 1925 gebaut wurde. Diese Schleuse erhielt eine nutzbare Kammerlänge von 82 m und eine Kammerbreite von 12,50 m. Die größere Breite wurde damals gewählt wegen der ungünstigen Einfahrtverhältnisse vom Unterwasser in die Schleuse und um den teilweise 12 m breiten Raddampfern auf der Weser Gelegenheit zu geben, den Industriehafen zu erreichen. Bei einer maximalen Fallhöhe von der Zwischenhaltung zur Weser von 7,08 m beträgt der Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung 8.400 m³. Um einen ungefähren Wasserausgleich, bedingt durch Schleusungen der Oberen und Unteren Schleuse, in der Zwischenhaltung zu erzielen, wurde die Untere Schleuse mit 2 offenen Sparbecken mit einem Fassungsvermögen von 3.000 m³ ausgestattet. Als Verschlüsse sind sowohl für die Sparbecken als auch für die Längseinläufe ober- und unterwasserseitig niedrige Zylinderschütze eingebaut.

Heute erfolgt der Betrieb der Unteren Schleuse weitgehend ohne Sparbecken. Aufgrund des höheren Güteraufkommens und der damit höheren Anzahl von Talschleusungen an der Oberen Schleuse fließt der Zwischenhaltung so viel Wasser zu, dass der Einsatz der Sparbecken der Unteren Schleuse nicht notwendig ist. Zur Einhaltung der Betriebswasserstände sind in Einzelfällen sogar zusätzliche Leerschleusungen mit der Unteren Schleuse erforderlich.

Die wichtigsten Daten der Oberen Schleuse auf einen Blick:

 

nutzbare Kammerlänge: 82 m
Kammerbreite: 10 m
Drempeltiefe am Unterhaupt: 3,30 m
Fallhöhe: 6 m
Obertor: Klapptor
Untertor: Stemmtor
Anzahl der Schleusungen 2004: 2.178
Anzahl der geschleusten Fahrzeuge 2004:
a) Güterschiffe
b) Fahrgastschiffe
c) Sportboote

1.207
14
60
geschleuste Gütermenge 2004: 267.784 t


Die wichtigsten Daten der Unteren Schleuse auf einen Blick:

Bau untere Schleuse Untere Schleuse

Nutzbare Kammerlänge: 82 m
ammerbreite: 12,50 m
Drempeltiefe am Unterhaupt: 3,30 m
Fallhöhe: abhängig vom Wasserstand der Weser, maximal 7,08 m
Obertor: Klapptor
Untertor: Stemmtor
Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung: 8.400 m³
Anzahl der Sparbecken: 2
Fassungsvermögen der Sparbecken 3.000 m³
Anzahl der Schleusungen 2004: 2.171
Anzahl der geschleusten Fahrzeuge 2004:
a) Güterschiffe
b) Fahrgastschiffe
c) Sportboote

723
12
102
geschleuste Gütermenge 2004: 189.651 t