Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Schleusen am SKO

Der Stichkanal Osnabrück (SKO) zweigt westlich von Bramsche bei MLK-km 30,380 aus dem Mittellandkanal (MLK) in südlicher Richtung ab und endet in den Hafenanlagen der Stadt Osnabrück.

Während der Wasserspiegel des MLK auf NN +50,30 m liegt, beträgt diese Höhe im Hafen Osnabrück NN +59,80 m. Der Höhenunterschied von 9,50 m wird durch zwei Schleusen, der Schleuse Hollage bei km 7,200 und der Schleuse Haste bei km 12,700 mit je einer Fallhöhe von 4,75 m überwunden. Beide Schleusen sind in den Jahren 1913 bis 1915 erbaut worden. Sie sind baugleich. Es handelt sich um Kammerschleusen mit einer nutzbaren Länge von 82 m und einer Breite von 10 m. Der Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung beträgt rd. 4.300 m³, wobei diese Wassermenge jeweils der oberen Kanalhaltung entnommen wird. Zum Verschluss der Schleusen befindet sich im Oberhaupt ein Klapptor und im Unterhaupt ein Stemmtor. Die Füllung der Schleusen geschieht durch Umläufe, die mittels Zylinderschütze geöffnet bzw. geschlossen werden. Zur Entleerung der Schleusenkammer fließt das Wasser durch vier Schütze, die in den Stemmtoren des Unterhauptes angeordnet sind, in die untere Haltung ab. Für eine Schleusenfüllung bzw. -entleerung werden jeweils rd. 12 Minuten benötigt. Die Rückführung des Schleusungswassers erfolgt an jeder Schleuse durch ein Pumpwerk. Die Pumpwerke werden vom Zentralsteuerstand der Schleusen aus durch den jeweiligen Schichtleiter bei Bedarf ein- und ausgeschaltet.

Schleuse Hollage Oberwasser Schleuse Hollage Unterwasser
Schleuse Hollage

An der Schleuse Hollage wurde im Jahre 1970 eine Instandsetzung der Schleusenkammerwände vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war die von der Oberkante der Schleusenplattform bis knapp unter den Unterwasserspiegel reichende Klinkerverblendung der Betonkammerwände durch Witterungseinflüsse und Verkehrsbeanspruchungen erheblich beschädigt. Nach Abstemmen des Mauerwerks in einer Dicke von ca. 12 cmsowie Sandstrahlen der Wandflächen wurde eine neue Betonvorsatzschale aus Spritzbeton hergestellt. Außerdem wurden die Schleusenausrüstungsteile (Steigeleitern, Poller, Kantenschutz) erneuert. Zur Erhaltung der weiteren Betriebsbereitschaft bis zum Neubau der Schleuse wurde in 1995/1996 die elektrotechnische Ausrüstung erneuert und das 1961 errichtete Schleusenbetriebsgebäude für den Einbau eines zentralen Bedientisches aufgestockt.

Arbeiten zur Instandsetzung der Klinkerverblendung der Kammerwände der Schleuse Haste wurden im Jahre 1972 durchgeführt. Im Unterschied zu den vergleichbaren Arbeiten an der Schleuse Hollage wurde hier der Beton der neuen Vorsatzschale, aufgrund eines Sondervorschlages der beauftragten Baufirma, unter Verwendung einer großflächigen Stahlschalung eingebracht. Das jetzige Betriebsgebäude der Schleuse Haste wurde im Jahre 1976 errichtet.

Schleuse Haste Oberwasser Schleuse Haste Unterwasser
Schleuse Haste

Im Rahmen des Mittellandkanal-Ausbaues ist vorgesehen, auch die zugehörigen Stich- und Verbindungskanäle auszubauen. Regelschiffe für den MLK-Ausbau sind das Großmotorgüterschiff mit bis zu 110 m Länge bzw. der Schubverband mit 185 m Länge, 11,40 m Breite und 2,80 m Tiefgang. Die Ausbauquerschnitte der Stichkanäle werden so gewählt, dass mindestens die Fahrt von Großmotorgüterschiffen in der Einzelfahrt möglich wird. Damit diese Fahrzeuge auch den Hafen Osnabrück erreichen können, ist mittelfristig ein Neubau der Schleusen Hollage und Haste notwendig. Die neuen Schleusen erhalten voraussichtlich eine nutzbare Kammerlänge von 110 - 115 m und eine Kammerbreite von 12,50 m.

Die wichtigsten Daten der Schleusen Hollage und Haste auf einen Blick:

nutzbare Kammerlänge: 82 m
Kammerbreite: 10 m
Drempeltiefe am Unterhaupt: 3,50 m
Fallhöhe: 4,75 m
Obertor: Klapptor
Untertor: Stemmtor
Wasserbedarf für eine Schleusenfüllung: 4.300
Verkehrszahlen (Angabe für Schleuse Hollage):
Anzahl der Schleusungen 2001:
Anzahl der geschleusten Fahrzeuge 2001:
a) Güterschiffe
b) Fahrgastschiffe
c) Sportboote
geschleuste Gütermenge 2001:

2.075

1.010
26
76
438.396 t