Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Sicherheitstore

 

     

 

Kanäle als künstliche Wasserstraßen haben in den einzelnen Kanalhaltungen zwischen zwei Schleusen eine gleichbleibende Wasserspiegelhöhe. So besitzt z.B. der Mittellandkanal (MLK) zwischen der Schleusengruppe Münster am Dortmund-Ems-Kanal und der Schleuse Anderten auf einer Strecke von über 211 km eine Wasserspiegelhöhe von NN + 50,30 m. Abhängig von den Geländeverhältnissen entlang der Kanaltrasse verläuft ein Kanal somit mehrfach wechselnd in einem Einschnitt oder auf einem Damm. Um im Falle eines Dammbruches zu verhindern, dass das Wasser im Bereich einer ganzen Haltung ausläuft, werden am Anfang und Ende einer Dammstrecke Sicherheitstore gebaut. Jedes Sicherheitstor besitzt einen stählernen Verschlusskörper, der senkrecht zum Kanal bis auf die Sohle abgesenkt wird und das Kanalprofil dicht abschließt. So kann der Kanal nur im Abschnitt zwischen zwei Sicherheitstoren leer laufen. Dadurch werden die Schäden örtlich begrenzt und die damit einhergehenden Folgen für die Umwelt verringert.

Entlang des Mittellandkanals bestehen neun Sicherheitstore, von denen sich folgende sechs Tore im Zuständigkeitsbereich des WSA Minden befinden:

 

Sicherheitstor Hörstel MLK-km 0,637
Sicherheitstor Achmer MLK-km 29,300
Sicherheitstor Bramsche MLK-km 31,725
Sicherheitstor Herringhausen MLK-km 53,411
Sicherheitstor Hahlen MLK-km 98,090
Sicherheitstor Berenbusch MLK-km 106,725

Alle Sicherheitstore des MLK sind weitgehend baugleich, um eine einfache und damit schnelle Bedienbarkeit zu gewährleisten. Die Tore bestehen aus einem vertikal beweglichen Verschlusskörper als Hub- und Senktor in Kastenbauweise und einem festen Verbindungssteg zwischen zwei am Ufer stehenden Türmen, in denen die Antriebsanlagen und die Steuerungselektronik installiert sind. Zur Eisfreihaltung der Anlage sind die Seitendichtungsanschläge in den Tornischen der beiden Türme beheizbar. Im Gewässerbett ist eine Sohlschwelle vorhanden, auf die der Verschlusskörper abgesenkt wird.

Die Antriebsanlagen zum Heben und Senken des Verschlusskörpers bestehen aus zwei elektromechanischen Antrieben, die jeweils in den Türmen angeordnet sind, und einer mechanischen Gleichlaufwelle, welche die beiden Antriebe verbindet und deren Gleichlauf gewährleistet. Zur Entlastung der mit einer Leistung von je 11 kW ausgestatteten Motoren befinden sich Gegengewichte von jeweils 35 t in beiden Türmen, die das Eigengewicht des Verschlusskörpers aus Stahl von 115 t teilweise ausgleichen. Der Verschlusskörper und die Gegengewichte sind dabei durch insgesamt vier Seile mit der Antriebsanlage verbunden.

Die Steuerung der Sicherheitstore kann sowohl vor Ort am Tor als auch durch eine Fernbedienung von der Betriebszentrale Minden aus erfolgen. Aus der Betriebszentrale werden neben den Sicherheitstoren des MLK zusätzlich die vier Sicherheitstore und ein Hochwasser-Sperrtor des Elbe-Seitenkanals ferngesteuert. Vor dem Absenken wird der Kanal im Bereich des Sicherheitstores durch Schifffahrtszeichen (Lichtsignalanlagen) gesperrt, um eine Anfahrung und damit eine Beschädigung von Bauwerk und Schiff zu vermeiden.

 

Die Sicherheitstore im Bereich desWSA Minden können innerhalb von sechs Minuten gesenkt bzw. gehoben werden. Darüber hinaus existiert noch die Möglichkeit der Schnellsenkung innerhalb von vier Minuten, bei der das Tor nicht mehr motorisch herabgefahren, sondern ohne Motorleistung mittels hydraulischer Bremsen gesenkt wird.

Zur Gewährleistung der Einsatzfähigkeit im Notfall unterliegen Sicherheitstore - wie alle Bauwerke der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung - einer regelmäßigen Wartung und Bauwerksinspektion. In vierwöchigem Abstand ist bei Sicherheitstoren ein Probebetrieb vorgesehen, bei dem ihre Funktionsfähigkeit überprüft wird. Um die Schifffahrt möglichst wenig zu behindern, wird der Probebetrieb in verkehrsschwachen Zeitabschnitten durchgeführt.