Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Wasserstraßenkreuz Minden

 

Der Mittellandkanal (MLK) besitzt zwischen der Schleusengruppe Münster am Dortmund-Ems-Kanal und der Schleuse Anderten bei Hannover eine gleichbleibende Wasserspiegelhöhe von NN + 50,30 m. Diese schleusenlose Strecke von über 211 km macht eine Kreuzung des Wesertals bei Minden in einer Dammstrecke erforderlich. An der Kreuzungsstelle liegt der Kanalwasserspiegel rd. 13 m über dem Mittelwasser der Weser und etwa 10 m über Gelände. In der Dammstrecke ist die 1914 fertig gestellte Kanalbrücke zur Kreuzung der Weser und ihres Hochwasserbettes eingebunden. Nördlich dieser alten Brücke wurde 1998 im Zuge des Mittellandkanal-Ausbaus eine neue Kanalbrücke als 2. Fahrt über die Weser fertig gestellt.

Wasserstraßenkreuz Westlich der Kanalbrücken zweigt der Verbindungskanal Nord zur Weser ab, zu dem die Schachtschleuse Minden mit Oberem und in die Weser mündenden Unterem Vorhafen gehört. Aus dem unteren Vorhafen zweigt der Abstiegshafen Minden ab, in dem sich sowohl Anlagen für den Güterumschlag als auch der Bauhof des WSA Minden befinden. Östlich der Kanalbrücken überwindet der Verbindungskanal Süd den Höhenunterschied zwischen Kanal und Weser mit zwei Schleusen. In der Zwischenhaltung zwischen Oberer und Unterer Schleuse liegt ein städtischer Industriehafen mit zwei Hafenbecken. Während die Obere Schleuse und eines der Hafenbecken mit den übrigen Bauten des Wasserstraßenkreuzes 1915 in Betrieb genommen wurden, erfolgte der Bau der Unteren Schleuse und damit die abschließende Fertigstellung des Verbindungskanals Süd erst in den Jahren 1921 bis 1925. Das zweite Hafenbecken des Industriehafens wurde 1967 errichtet. Die Verbindungskanäle Nord und Süd sicherten in den vergangenen Jahrzehnten zusammen mit der dazwischen liegenden Weserstrecke auch bei einer Außerbetriebnahme der alten Kanalbrücke den Durchgangsverkehr auf dem MLK. Die Schleusen des Verbindungskanals Süd dienen außerdem der Zufahrt zum städtischen Industriehafen sowie als Umleitungsstrecke für den Wechselverkehr zwischen MLK und Weser bei Außerbetriebnahme der Schachtschleuse.

 

Dem MLK wird durch Verdunstung, Versickerung, Schleusenbetrieb sowie durch Entnahme von Verbrauchswasser durch Industrie und Landwirtschaft ständig Wasser entzogen. Die wenigen natürlichen Einspeisungen aus dem Grundwasser und aus den kreuzenden Vorflutern, die zudem bei Trockenheit völlig versiegen, gleichen die Wasserverluste nicht aus. Daher versorgen von Minden aus zwei Speisungspumpwerke den MLK mit Wasser aus der Weser. Das Hauptpumpwerk liegt auf der Südseite des MLK am westlichen Ende der Kanalbrücke. Es besitzt eine Pumpleistung von 16 m³/s. Zusätzlich ist auf der Ostseite ein weiteres kleines Pumpwerk in Verbindung mit dem Widerlager der alten Kanalbrücke, das sogenannte Hilfspumpwerk, gebaut worden. Es ist mit zwei Pumpen mit je 2 m³/s Förderleistung ausgestattet, die noch aus der Bauzeit des Wasserstraßenkreuzes stammen. Der Wasserbedarf des MLK wird im Normalfall durch den Betrieb des Hauptpumpwerkes ausgeglichen. Das Hilfspumpwerk wurde in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere für die Versorgung der MLK-Strecke östlich von Minden bei einer Außerbetriebnahme und Trockenlegung der alten Kanalbrücke eingesetzt. Das Hilfspumpwerk kann aber auch ergänzend eingesetzt werden als Reserve in niederschlagsarmen Zeiträumen bei einer Außerbetriebnahme einzelner oder mehrerer Pumpen des Hauptpumpwerks.

 Unmittelbar westlich und östlich der Kanalbrücken kreuzen zwei innerstädtische Straßen mittels Tunnelanlagen (Unterführungen) die Dammstrecke des MLK. Im Zuge des MLK-Ausbaus konnten die 1911 - 1914 errichteten alten Unterführungen U 164 A und U 165 A erhalten bleiben. Jeweils nördlich der alten Bauwerke wurden als Teil der 2. Fahrt über die Weser neue Unterführungen (U 164 B und U 165 B) in den Jahren 1976 bzw. 1986 fertig gestellt.

Im Bereich des Wasserstraßenkreuzes Minden befinden sich darüber hinaus Hafenanlagen, in denen Güter per Binnenschiff umgeschlagen werden.