Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Revier- und Betriebszentrale Minden

Die Revier- und Betriebszentrale Minden (BZ) gliedert sich in folgende Aufgabenbereiche:

- Zentrale Wasserbewirtschaftung
- Fernsteuerung und Fernüberwachung von Anlagen und
- Nautischer Informationsfunk (NIF) mit der Notfallmeldestelle


Die Zentrale Wasserbewirtschaftung

Der Mittellandkanal (MLK), der Elbe-Seiten-Kanal (ESK) und die Mittelweser sind wichtige Verkehrswege des deutschen und europäischen Binnenwasserstraßennetzes. Der MLK stellt die einzige Wasserstraßenverbindung der Industriegebiete an Rhein und Ruhr mit Weser und Elbe und darüber hinaus mit Berlin und den osteuropäischen Wasserstraßen dar.

Übersichtskarte - Bildschirmanzeige am Arbeitsplatz

Aufgrund der heutigen Ansprüche an die Bundeswasserstraße und die Ressource Wasser sowie steigender Energiekosten und das allgemein wachsende Umweltbewusstsein zwingen dazu, den Wasserverbrauch auf das unumgängliche Maß zu beschränken.

Die entstehenden Wasserverluste durch Schleusungen, Versickerungen, Entnahmen und Verdunstungen sowie die Wasserspiegelerhöhungen durch Niederschläge, Einleitung Dritter sowie Einfluss der Hauptwindrichtung (West-Ost-Richtung) im MLK mit seinen Stichkanälen und dem ESK werden auf einer Länge von insgesamt 500 km und 84 Mio qm Wasser durch ein optimiertes Wasserbewirtschaftungs-Programm ausgeglichen.



Wasserstandsübersicht (Pegelstände) - Bildschirmanzeige am Arbeitsplatz

Die fest vorgegebnen Fahrrinnentiefen (4 m) und die Durchfahrtshöhen unter den Brücken ( 5,25 m) lassen nur einen engen Spielraum in der Wasserbewirtschaftung zu. Die beeinflussbare Wasserspiegeldifferenz beträgt z. B. bei der Weststrecke +/- 5 cm um den Normalwasserstand 50,30 m NN. Durch die Lage des MLK in West-Ost-Richtung entsteht bei starkem Westwind ein Windstau im Kanal, so dass der Wasserstand in Hannover bis zu 40 cm höher als im Westen im Bereich Osnabrück ist.

In der BZ wurde dafür aus Sicherheitsgründen in doppelter Ausführung ein Prozessleitsystem mit einem sogenannten Fernwirkkopf installiert. Hier sind u. a. die für die Wasserbewirtschaftung notwendigen Anlagen ( 15 Pumpwerke mit einer Gesamtleistung von 160 m³/s, 7 Entlastungsanlagen zur Abgabe von Kanalwasser bei starken Niederschlägen in tiefer gelegene Flüsse mit einer Gesamtleistung von 176 m³/s, 14 Schleusen und z. Zt. 33 Pegel) über Knotenstationen angeschlossen.

Im Zuge der Software-Entwicklung wurde eine rechnergestützte Entscheidungshilfe, die alle 2 Stunden aktuelle Werte liefert, entwickelt. Der daraus erstellte Einsatzplan wird dann durch das Betriebspersonal in der BZ umgesetzt.


Die Fernsteuerung und -überwachung von Anlagen

In der BZ werden 13 Sicherheitstore und ein Hochwassersperrtor überwacht und auch gesteuert. Da der MLK und der ESK als künstliche Wasserstraßen nicht dem vorhandenen Gelände folgen, sondern in einer Haltung gleichbleibende Wasserspiegelhöhen haben und daher mal im Gelände in einem Einschnitt und mal auf einem Damm verlaufen, werden am Anfang und Ende einer Dammstrecke Sicherheitstore gebaut. Die Sicherheitstore können im Falle eines Dammbruches oder Undichtigkeiten im Kanalbett gesenkt werden, um ein Auslaufen der Kanalhaltung zu verhindern. Das Hochwassersperrtor Artlenburg wird bei Hochwasser der Elbe geschlossen, um den ESK mit seinen Anlagen und die dortige Elbemarsch von einer Überschwemmung zu schützen. Jedes Sicherheitstor ist binnen kürzester Zeit zentral senkbar. Um dieses zu gewährleisten, werden die Tore in regelmäßigen Abständen wechselweise einmal vor Ort von einem Bediener und zentral von der BZ aus gefahren.

Sicherheitstor oben / Sicherheitstor abgesenkt

 Sicherheitstor - Bildschirmanzeige am Arbeitsplatz

Zur Fernüberwachung sind die sechs Wehre der Mittelweser, ein Wehr und drei Staustufen an der Fulda, ein Wehr an der Leine sowie drei Schöpfwerke angeschlossen.

Die auflaufenden Störungen an den Anlagen werden durch den jeweiligen Bediener in der BZ an die zuständigen Stellen zur Behebung weiter gegeben.


Der Nautische Informationsfunk mit der Notfallmeldestelle

Der Austausch von Nachrichten zwischen der Schifffahrt und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erfolgt über den Nautischen Informationsfunk (NIF). Die Revier- und Betriebszentrale Minden ist für den NIF im Bereich des Standortes Hannover der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zuständig, d. h. den Mittellandkanal, die Mittelweser sowie den Elbe-Seitenkanal mit insgesamt ca. 600 km Binnenwasserstraße. Direktionsübergreifend sind zusätzlich die Funkstellen Bevergern, Hemelingen und Rothensee angeschlossen.

Durch den NIF erhalten die Verkehrsteilnehmer Verkehrsinformationen und Weisungen zur Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs. Gleichzeitig werden auch Informationen von Verkehrsteilnehmern entgegen genommen.

Die aktuelle Lagemeldung (Sperrungen, Behinderungen für die Schifffahrt usw.) ist ähnlich aufgebaut, wie der Verkehrsfunk für Autofahrer und wird drei mal täglich, die aktuellen Wasserstände zwei mal täglich zu festen Sendezeiten ausgestrahlt.

Besondere Ereignisse, z. B. Verkehrsregelungen nach Havarien, werden als Einzelmeldung gesendet.

Die Revier- und Betriebszentrale Minden ist rund um die Uhr das ganze Jahr mit Personal besetzt, damit die Verkehrsteilnehmer jederzeit einen Ansprechpartner haben.

Darum wurde hier ebenfalls die Notfallmeldestelle für den Bereich der GDWS - Standort Hannover eingerichtet. Hier werden besondere Vorkommnisse und Gefahrmeldungen an und auf der Bundeswasserstraße entgegen genommen und entsprechend den vorliegenden Alarmplänen und Ruflisten weiter geleitet, um Hilfsmaßnahmen einzuleiten oder Regelungen zu treffen.