Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden

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Inhalt: Stichkanal Ibbenbüren

Der heutige Stichkanal Ibbenbüren (SKI) ist erst im Zuge des Mittellandkanal-Ausbaues in den Jahren 1985 bis 1987 zwischen der Brücke der Autobahn A30 und dem Hafen Ibbenbüren (MLK-km 1,400 - 4,000) westlich der Abzweigung des MLK aus dem Dortmund-Ems-Kanal entstanden. In diesem Streckenabschnitt wurde beim Ausbau für den Mittellandkanal eine neue Trasse bzw. neue Fahrt, der so genannte "Durchstich Hörstel", hergestellt. Die nach der Baufertigstellung für die durchgehende Schifffahrt nicht mehr erforderliche "alte Fahrt" wurde zwischen der Autobahn A30 und der DB-Strecke Osnabrück-Rheine verfüllt. Die verbliebene Reststrecke der "alten Fahrt" von 1,110 km Länge zwischen dem Hafen Ibbenbüren und der DB-Strecke bildet heute den Stichkanal Ibbenbüren.
Der ungewöhnliche Kanalausbau durch Herstellung einer neuen Fahrt wurde aus zwei Gründen notwendig:

Linienführung
Die Trassierungselemente für moderne Wasserstraßen sehen für die Ausbildung der Bögen einen Mindestradius von 2.000 m vor. Beim Bau des MLK dagegen wurde die "alte Fahrt" für die damalige Schifffahrt mit zwei gegenläufigen Bögen mit Radien von nur 900 m trassiert. Bei einem Ausbau der "alten Fahrt" hätten diese Bögen derart abgeflacht werden müssen, dass Wasserspiegelbreiten bis zum Doppelten der normalen Querschnittsbreiten entstanden wären.

Kriegseinwirkungen
Im Herbst 1944 wurde der MLK im Bereich des Dükers Nr. 1 (Ibbenbürener Aa) in drei aufeinander folgenden Luftangriffen völlig zerstört. Es fielen ca. 4.000 überwiegend mit Langzeitzündern ausgestattete Sprengbomben. Nach der Auswertung von Luftbildern musste mit einer Vielzahl von Blindgängern gerechnet werden, von denen rd. 370 Stück vor Beginn und während der Baumaßnahmen entschärft wurden.

Um sowohl die heute erforderlichen Mindestradien zu ermöglichen als auch die Kanalstrecke mit weiteren vermuteten Blindgängern zu umgehen, deren Räumung unter Wasser sehr riskant und wahrscheinlich nie vollständig gelungen wäre, hat man die alte Doppelkrümmung aufgegeben und hier dem MLK eine neue Trassenführung gegeben. Die Baukosten für die neue Trasse einschließlich des Neubaues von vier Brücken und zwei Dükern betrugen rd. 60 Mio. DM.


Heute
Im Stichkanal Ibbenbüren befinden sich heute eine Umschlagstelle für Baustoffe, eine Liegestelle und eine Wendestelle für die Schifffahrt. Der SKI kann von Güterschiffen mit einer zulässigen Länge von 85 m und einer maximalen Breite von 9,50 m befahren werden. Die zulässige Abladetiefe beträgt 2,20 m für Fahrzeuge bis 9,00 m Breite bzw. 2,00 m für Fahrzeuge über 9,00 m bis 9,50 m Breite. Außerdem sind Schubverbände bis zu einer Länge von 91 m bei 8,25 m Breite und 2,20 m Abladetiefe zugelassen.